Mon C(h)œur

Mon c(h)oeur

Mon c(h)œur: Die Texte

Hier ein paar Textauszüge aus unserem Herz-Programm:

O Nuit!

O Nuit! Viens apporter à la terre
Le calme enchantement de ton mystère.
L'ombre qui t'escorte est si douce,
Si doux est le concert de tes voix
chantant l'espérance,
Si grand est ton pouvoir transformant tout
en rêve heureux.

O Nuit! O laisse encore à la terre
Le calme enchantement de ton mystère.
L'ombre qui t'escorte est si douce,
Est-il une beauté aussi belle que le rêve?
Est-il de vérité plus douce que l'espérance?


Oh Nacht! Komm bring auf die Erde
den stillen Zauber deines Geheimnisses.
Der Schatten der dich begleitet ist so sanft,
so süß ist das Konzert deiner Stimmen,
die von Hoffnung singen.
So groß ist deine Macht, dass sie alles
in einen glücklichen Traum verwandelt.

Oh Nacht! Oh lass den stillen Zauber
deines Geheimnisses noch auf der Erde.
Der Schatten, der dich begleitet ist so sanft,
gibt es Schönheit so schön wie der Traum?
Gibt es süßere Wahrheit als die Hoffnung?

Jean-Philippe Rameau, 1683 - 1764. Und hier das Video auf YouTube, man achte auf die Handbewegung des Dirigenten zu Beginn!

Comienza La Vida Nueva (Quilapayún)

Callados eran los rostros
del tiempo que se vivió
oscuras eran las manos
en noches de explotación
los puños duros del pueblo
derriban sombra y silencio
y hay voces que nos remecen
llamándonos a cantar.

La noche ha muerto y ha sido
el pueblo quien la mató.
La estrella baila en los ojos
y niños juegan al sol.
Comienza la vida nueva
y es hora que construyamos
juntando las manos todas
ya nada nos detendrá.

Ven campanero a sumarte
de todos es la unidad
ven compañero y construye
hay mucho que trabajar.
No dejes de estar alerta
la noche no hay que olvidar,
has derrotado a las sombras
ya nada nos detendrá.

Das neue Leben beginnt

Verstummt waren die Gesichter
von der Zeit die sie durchlebten,
dunkel waren die Hände
in Nächten der Ausbeutung.
Die harten Fäuste des Volkes
werfen Schatten und Stille,
und da sind Stimmen die uns rütteln
uns zum Singen auffordern.

Die Nacht ist gestorben und es ist
das Volk das sie tötete.
Der Stern tanzt in den Augen
und Kinder spielen in der Sonne.
Das neue Leben beginnt
und es ist Zeit zum Aufbau.
Packen wir es gemeinsam an.
Nichts wird uns mehr zurückhalten.

Komm Glöckner und schließ dich an.
Wir alle wollen die Einheit.
Komm Kumpel/Genosse und bau auf.
Es gibt viel zu tun.
Sei immer auf der Hut
und vergiss nicht die Nacht.
Du hast die Schatten besiegt,
Nichts wird uns mehr zurückhalten.

Die Gruppe Quilapayún (Mapuche: Drei Bärte) wurde 1965 in Santiago de Chile gegründet. In ihrer Musik integrieren sie populäre lateinamerikanische Folklore und zum Teil revolutionäre Inhalte. Am Anfang traten sie vor allem in Santiago und Valparaíso auf und konnten bald Víctor Jara als ihren künstlerischen Leiter gewinnen. Ab 1970 wurden sie unter Salvador Allende "kulturelle Botschafter" Chiles. Zum Zeitpunkt von Pinochets Militärputsch (1973) befanden sie sich auf Tournee in Frankreich. Dort blieben sie bis 1988 im Exil. Seitdem treten sie wieder vereinzelt in neuer Formation, aber immer noch in schwarzen Ponchos, mit inzwischen grauen Bärten auf.

Vegetaciones (Pablo Neruda)

A las tierras sin nombres y sin números
bajaba el viento desde otros dominios,
traía la lluvia hilos celestes,
y el dios de los altares impregnados
devolvía las flores y las vidas.

En la fertilidad crecía el tiempo.

El jacarandá elevaba espuma
hecha de resplandores transmarinos,
la araucaria de lanzas erizadas
era la magnitud contra la nieve,
el primordial árbol caoba
desde su copa destilaba sangre,
y al Sur de los alerces,
el árbol trueno, el árbol rojo,
el árbol de la espina, el árbol madre,
el ceibo bermellón, el árbol caucho,
eran volumen terrenal, sonido,
eran territoriales existencias.

Un nuevo aroma propagado
llenaba, por los intersticios
de la tierra, las respiraciones
convertidas en humo y fragancia:
el tabaco silvestre alzaba
su rosal de aire imaginario.

Pflanzenreiche

Auf die Länder ohne Namen, ohne Zahl, fuhr,
aus anderen Gegenden kommend, der Wind herab,
brachte der Regen himmlische Fäden
und der Gott der wassergesättigten Altäre
schenkte die Blumen und das Leben.

In der Fruchtbarkeit wuchs die Zeit.

Der Trompetenbaum trieb Blütenschaum aus
wie überseeischer Glanz,
die Andentanne mit ihren borstigen Lanzen
reckte sich stattlich gegen den Schnee,
der urweltliche Mahagonibaum
schwitzte Blut aus seiner Krone.
Und im Süden der Lärchen
waren der Donnerbaum, der rote Baum,
der Stachelbaum, der Mutterbaum,
der zinnoberrote Kapokbaum, der Kautschukbaum,
von irdischer Fülle und Klang,
waren das Sein der Erde.

Ein neu verströmender Duft
erfüllte, aus den Spalten der Erde
dringend, das Atmen,
verwandelt in Rauch und Wohlgeruch:
der wilde Tabak erhob sich
wie ein Rosenstrauch in die Luft.

Vegetaciones ist ein Teil des Canto General, die Geschichte des amerikanischen Kontinents, ein großer Gedichtszyklus, den Pablo Neruda in den vierziger Jahren verfasste. Hier mischt sich die Erzählung über eine großartige Natur eindrucksvoll mit politischen Schilderungen des Freiheitswillens der unterdrückten Bevölkerung. Der Canto General wird im Sommer 2008 im Rahmen eines Chorprojekts in Altenkirchen und Betzdorf aufgeführt werden - hier schon mal ein kleiner Eindruck davon...